Donnerstag, 12. November 2015

Rezension "Die Wand" von Marlen Haushofer

Titel: Die Wand - Marlen Haushofer
Seiten: 288
Preis (Taschenbuch): 8.95 €
Im List Verlag erschienen.


Klappentext:
Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmittten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein. 

Meine Meinung 

Das Cover gefällt mir gut. Ich besitze das Cover zum Film und finde dieses auch schöner als das Original. Es sieht einsam aus und passt daher super zum Inhalt des Buches. 

Der Schreibstil hat mir leider nicht sonderlich gut gefallen. Das was mich am meisten gestört hat war, dass es einfach keine Kapitel gab. Ich wusste nie wann ich aufhören sollte und fühlte mich, als würde ich überhaupt nicht in dem Buch vorankommen. Ebenso empfand ich den Schreibstil als sehr kalt. Ich fühlte mich manchmal von der Geschichte sehr distanziert. Ich will nicht sagen, dass er mir gar nicht gefallen hätte, denn die nachdenkliche und leicht philosophische Art des Buches, hat mir gefallen, aber es konnte mich stellenweise nicht berühren. 

Durch den Schreibstil und besonders weil die Frau keinen Namen hatte, fühlte ich mich auch bei der Protagonistin distanziert. Ich konnte mich ihr nie richtig nahe fühlen und wusste nie, wie ich sie einschätzen sollte. Stellenweise hatte sie sehr schockierende Gedanken über ihre mitmenschen und besonders über ihre Familie, aber ich konnte sie dennoch, in ihrer Situation, dafür schwer verurteilen. Ich kam mit der Protagonistin zurecht und doch gibt es nichts, was mir lange im Kopf bleiben wird, da sie sehr blass ist. Ich habe eine blasse, verbitterte Frau im Kopf, wenn ich an die Protagonistin denke. Ich denke an sie weder mit einem guten noch mit einem schlechten Gefühl. Was ich jedoch an ihr mochte, und das war wohl das positive an ihr, war ihre Liebe für die Tiere und ihr Pflichtbewusstsein ihnen gegenüber. Denn besonders Luchs (den Hund) habe ich in dem Buch ins Herz schließen können. 

Die Handlung fing vielversprechend an, jedoch ließ sie mit der Zeit etwas nach. Es ging immer nur darum, dass sie gerade ihre Kuh melkte oder  das sie sich heute eher nicht so gut fühlte. Ich fand es irgendwann ermüdend, der Protagonistin, weiter, bei ihrem Mühseligen und durchaus langweiligen Leben zuzusehen, besonders wenn es immer und immer wieder dasselbe war. Ich habe mir wohl durch den Klappentext mehr versprochen und insbesondere finde ich es zutiefst enttäuschend, dass nicht mehr auf die Hintergründe der Wand eingegangen wurde. Denn ebendiese Wand war schließlich das interessante und brillante an dem ganzen. Ich finde die Idee, hinter der Geschichte, nämlich unglaublich interessant und wäre gerne näher darauf eingegangen. Leider erfährt man rein gar nichts darüber. Natürlich geht es auch, um den Aspekt der Einsamkeit und der Situation, wie die Frau in einer solchen plötzlichen Katastrophe damit umgeht. Und hier fand ich die Reaktionen und ihren Umgang damit sehr interessant, aber nach Einhundert Seiten, war auch dass dann nichts besonderes mehr. Dennoch habe ich das Ende nicht ersehnt, da immer wieder Andeutungen auf die schlimme Katastrophe gemacht wurden, welche mich dann letztendlich doch zu Tränen rührte und jetzt ist klar, dass ich mir definitiv ein anderes Ende gewünscht hätte. 

Fazit:
Eine Enttäuschung, hinsichtlich meiner Erwartungen, dennoch haben mir die grundsätzlichen Gedanken gefallen.

Ich gebe diesem Buch
2 von 5 Libellen.